Projektbericht CAB 56

Branche: Holz- und Baustoffhandel
Lagergut: Langgut, Spanplatten, Laminat, palettierte Ware
Lagersystem: Kragarmregale
Auftraggeber: CAB 56
Standort: Plescop, Frankreich
Baujahr: 2012
Vorteil: Erhöhte Lagerkapazität, Reduzierung von Schäden an Lagerware, verbesserte Distributions-Prozesse

Automatisches Lager für Holz- und Baustoffe


Lager mit richtungsweisender Technologie eingeweiht

CAB 56, eine der größten Einkaufskooperativen für das Bauhandwerk in Frankreich, hat sein neues, automatisches Lager in Betrieb genommen. In Generalunternehmerschaft war OHRA verantwortlich für die Realisierung der Regalanlagen, die Implementierung des Warehouse-Management-Systems (WMS) und die Integration der Regalbediengeräte.

Mit der neuen 4.500 m² große Lagerhalle in der Gemeinde Plescop in der Bretagne konnte die Kooperative die Lagerkapazität für Langgut, Spanplatten, Laminat und palettierte Ware deutlich erweitern. Neben einer neuen Hochregal-Anlage von OHRA und Förderanlagen von Hamon sowie kurvengängigen Regalbediengeräten (RBG) von Koettgen umfasst das Projekt auch ein mit der Unternehmens-Software von CAB 56 vernetztes Lagerverwaltungssystem von Innolog, in das alle Lager-, Kommissionier- und Versand-Vorgänge auf dem gesamten 20.000 Quadratmeter großen Gelände integriert sind.

Das von CAB 56, Axisbois Consultants und OHRA gebildete Projektteam teilte das gesamte Vorhaben in drei spezifische Zonen und Implementierung-Schritte auf: Die erste Zone umfasst die automatische Ein- und Auslagerung von Laminat, Span- und MDF-Platten. Ein zweiter Bereich beinhaltet die automatische Ein- und Auslagerung verschiedener Baumaterialien wie Aluminiumprofile, Fenster, Türblätter oder Parkettdielen. Zone 3 schließlich beinhaltet die Integration aller anderen Lagerbereiche auf dem Gelände, wozu auch die Anbindung des Außenlagers an das WMS über Barcode und Funk-Terminals auf allen Fördergeräten gehört.

Der Bau des 20 Meter hohen Gebäudes begann im Juni 2011, die wesentliche Gebäudestruktur mit Bodenplatte, Gebäudehülle und Bedachung war Ende 2012 fertiggestellt. Die Montage der über 900 Tonnen Regal-Elemente startete im Januar 2012 und war nach vier Monaten vollendet. Im Februar 2012 wurde das erste RBG installiert; im April erfolgte die Inbetriebnahme.

In der Zone 1 übernimmt ein vollautomatisches Regalbediengerät die Ein- und Auslagerung von bis zu 5,1 Meter langen und bis zu 5 Tonnen schweren Spanplatten-Paketen oder palettierten Laminatdielen. Das kurvengängige RBG bedient dabei alle drei Gassen dieses Lagerbereichs. Die Waren werden entweder für Kunden-Aufträge oder für Fertigungs-Aufträge aus dem betriebseigenen Zuschnitt ausgelagert. Ketten- und Rollenförderer übernehmen die Waren von den RBG und transportieren sie zu den entsprechenden Arbeitsstationen.

Die acht Gassen der Zone 2 werden von zwei kurvengängigen RBG bedient, die eine Tragkraft von 4 Tonnen bieten und bis zu 4,2 Meter lange Waren auf eine Höhe von bis zu 12,5 Metern heben können. Die RBG können sowohl vollautomatisch arbeiten, zum Beispiel um nachts die Bestände wieder aufzufüllen, als auch halbautomatisch nach dem „Mann-zu-Ware“-Prinzip. Im halbautomatischen Modus wird die manuelle Batch-Kommissionierung mit dem Vorteil der automatischen Wegführung von einer Lagerposition zur anderen kombiniert. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 Metern pro Minute können die RBG mehr als 50 Lastspiele pro Stunde erzielen.

Regalbediengeraet  
Regalbediengeraet  
Regalbediengeraet  

In beiden Bereichen sind Kragarmregale installiert, da sie die flexibelste Lagermöglichkeit für die unterschiedlichen Waren von CAB56 bieten. Die Regale sind 14,5 Meter hoch und 75 Meter lang, mit einer maximalen Feldlast von insgesamt 19.200 Kilogramm. Die Regalkonstruktion trägt zudem die oberen Führungsschienen für die RBG.

Die dritte und abschließende Stufe des Projektes - Zone 3 - umfasste die Anbindung aller neuen und bereits vorhandenen Lagerbereiche auf dem gesamten Gelände an das WMS, also auch von Bodenlagerung im Außenbereich und Bereitstellungsplätze. Dazu wurden alle Gabelstapler mit mobilen, funkbasierten Datenterminals ausgestattet, über die die Kommissionierer beleglos ihre Aufträge erhalten und die der Lagerleitung eine verbesserte Echtzeit-Information über die Lagerleistung bieten.

Philippe Mérian, Geschäftsführer von CAB56

„In punkto Größe und Komplexität ist dies die erste Anlage dieser Art in Frankreich und in unserem Markt-Sektor. Viele mit uns verbundene Kooperativen und befreundete Holz-Händler haben bereits unsere Anlage besucht, um einen Eindruck davon zu bekommen, was wir zusammen mit OHRA realisiert haben. Wir konnten unsere Lagerkapazitäten um nahezu 50 Prozent steigern und gleichzeitig den Nachteil vermeiden, ein zweites Lager bauen zu müssen. Zugegeben - am Anfang betraten wir Neuland, aber wir hatten Vertrauen in die Fachkompetenz unser langjährigen Partner, die bereits mehrere ähnliche Anlagen in anderen Ländern implementiert hatten. Unsere Vision war es, die komplette Kontrolle über alle Distributions-Prozesse zu haben, Fehler und Schäden der Waren bei der Lagerung und Handhabung zu reduzieren sowie manuelle Handling-Prozesse zu minimieren, um die Produkt-Qualität nicht zu beeinträchtigen und krankheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren. Das haben wir realisiert. Im ersten Monat nach der Phase 1 hat sich die Produktivität in unserer Möbel-Werkstatt, wo wir als Subunternehmen Holzkomponenten für unsere Kunden fertigen, verdoppelt. Schäden an den Waren liegen heute nahe Null, die Krankenstände sind dank des reduzierten manuellen Handlings schwerer Waren deutlich niedriger und Kommissionierfehler treten nicht mehr auf. Wir haben eine permanente Bestandskontrolle, Bestandsfehler sind vernachlässigbar. Natürlich haben wir anfangs den Umfang des Prozesses für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter unterschätzt, aber wir haben einen enormen Wandel erfahren und die richtige Entscheidung getroffen, insbesondere wenn man an die Konjunkturlage denkt.“

 
Über CAB 56

Unter dem Dach der Einkaufsgenossenschaft CAB 56 haben sich rund 350 Handwerksbetriebe aus den Bereichen Dach, Innenausbau, Zimmerei, Schreinerei und Holzbau sowie kleinere Bauunternehmen zusammengeschlossen. Die Kooperative übernimmt nicht nur den Einkauf der Baumaterialien – und deren Versand an die Handwerker – sondern auch Servicearbeiten wie Zuschnitt, Metallbearbeitung oder Holztrocknung. Mit 81 Mitarbeitern konnte die Genossenschaft in 2010 einen Umsatz von 34 Millionen Euro erwirtschaften. CAB 56 ist damit in punkto Umsatz zweitgrößtes Mitglied der französischen Vereinigung von Einkaufskooperativen für das Bauhandwerk (ORCAB). In 2013 feierte die Genossenschaft ihr 15-jähriges Bestehen.

Verkauf Tel.: 02237 64-0

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