Bauholz wirkt robust, reagiert allerdings sofort auf schlechte Lagerbedingungen. Steht Ware auf feuchtem Untergrund, zieht sie Wasser. Liegen Pakete ungleichmäßig auf, verzieht sich das Holz. Und wenn beim Rangieren Kanten anschlagen, sinkt die Qualität – oft genau dort, wo später Maßhaltigkeit zählt. Das Ergebnis zeigt sich nicht nur am Material, sondern auch in den Prozessen: mehr Nacharbeit, mehr Ausschuss, mehr Reklamationen.
Bauholz lagert man nicht einfach nur ein, man bereitet es auf seinen Einsatz vor. Ein durchdachtes Layout und passende Lagertechnik sind dabei die Garanten für späteren Erfolg. Wo entladen Sie? Wie trennen Sie Qualitäten und Längen? Welche Wege fahren Stapler und Seitenstapler und wie schnell kommen Sie an die Ware? In diesem Beitrag zeigen wir, wie die Lagerung von Bauholz im Betrieb vom Wareneingang bis zur passenden Lagerlösung sauber funktioniert.
Bauholz richtig lagern: Die kritischen Erfolgsfaktoren
Wer Bauholz lagern will, sollte zuerst klären, mit welchem Material er es zu tun hat und wofür er es später einsetzt. Denn nicht jedes Bauholz „verzeiht“ die gleichen Bedingungen. Im Holzhandel, im Holzbau oder Schreinereibetrieb gilt: Je höher die Anforderung an Maßhaltigkeit und Oberfläche, desto konsequenter muss die Lagerung von Bauholz laufen.
Sortiment
Schon beim Sortiment gibt es große Unterschiede. Konstruktionsholz, Latten, Kantholz oder Schalholz, häufig in robuster Anwendung, krümmen trotzdem schnell, wenn sie schlecht aufliegen oder Feuchte ziehen. Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz kommen meist dort zum Einsatz, wo es auf millimetergenaue Passungen im Abbund und auf verzugsfreie Sichtbauteile ankommt. Entsprechend sensibel reagiert das Holz auf falsche Lagerung.
Feuchtigkeit
Der wichtigste Hebel bleibt die Holzfeuchte. Holz nimmt Wasser auf und gibt es wieder ab, bis es sich an die Umgebung angepasst hat – man spricht von Gleichgewichtsfeuchte. Steigt die Feuchte, quillt das Holz. Sinkt sie, schwindet es. Belüftet man das Material ungleichmäßig oder wird es einseitig feucht, verformt sich das Holz. Bleibt das Bauholz zu lange klamm und bekommt es zu wenig Luft, steigt außerdem das Schimmelrisiko deutlich.
Standortwahl: Was passt zu Ihrem Bauholz?
Ein durchdachtes Lagerkonzept unterstützt Ihre tägliche Arbeit. Statt das Holz nur irgendwo unterzubringen, positionieren Sie es strategisch nach seinem späteren Zweck. So verhindern Sie beschädigte Ware und halten die Wege für Ihre Stapler kurz.
Innenlager
Im Innenlager behalten Sie die Bedingungen am besten im Griff. Sie lagern trocken, sauber und planbar. Gleichzeitig reduzieren Sie das Risiko von Feuchteschäden deutlich. Der Haken: Innenfläche ist teuer. Diese Lösung lohnt sich daher besonders für Holz, das maßhaltig bleiben muss und dessen Oberfläche makellos bleiben soll.
Überdachtes Lager
Eine überdachte Lagerung passt für viele Holzsortimente als pragmatischer Mittelweg. Sie halten Regen und direkte Bewitterung vom Holz fern, lassen aber gleichzeitig Luft an das Holz. Gerade im Holzfachmarkt zeigt sich der Vorteil: Wenn Sie Langgut in stabilen Regalen lagern, statt es mühsam auf dem Boden zu stapeln, sparen Sie wertvolle Zeit beim Verladen.
Sie legen lange Latten oder Profile sauber auf und halten die Fahrwege frei, so dass Kunden oder Mitarbeiter direkt darauf zugreifen können. Viele Betriebe im Holzhandel, Holzbau oder Schreiner nutzen genau diese Variante, weil sie das Holz schützt und gleichzeitig Kosten spart.
Außenlager
Ein Außenlager kann ebenfalls funktionieren – aber nur, wenn Sie konsequent bleiben. Ein optimaler Lagerplatz erfüllt diese Voraussetzungen:
- Der Boden ist tragfähig und absolut eben.
- Die Stapel liegen hoch genug über dem Erdboden.
- Das Wasser kann jederzeit ungehindert abfließen.
- Die Abdeckung schirmt Regen ab, lässt das Holz aber trotzdem atmen.
Wenn Sie hier nachlässig sind, zahlen Sie schnell mit beschädigtem Holz. Ein Außenlager spart oft Hallenfläche, fordert dafür aber saubere Standards in der Lagerung von Bauholz.
Lagerorganisation für Bauholz
Je ordentlicher Sie Ihr Bauholz lagern, desto mehr Zeit sparen Sie im Alltag ein. Gleichzeitig verhindern Sie so, dass Mitarbeiter verschiedene Hölzer mischen oder versehentlich die falsche Charge verladen.
Tipp: Definieren Sie Stellplätze so, dass Ihr Team die Güter richtig ablegt, ohne groß darüber nachzudenken: erst nach Produktgruppe, dann nach Länge, dann nach Qualität/Charge. Beschildern Sie Bereiche, Regalfelder und Fahrwege gut sichtbar und halten Sie den Platz „optisch sauber“.
Nutzen Sie das FIFO-Prinzip vor allem für Standardware, um Ihre Lagerbestände gesund zu halten. So stellen Sie sicher, dass kein Paket unnötig lange steht und Platz blockiert. Für den Zugriff gilt außerdem: Schnelldreher in Griffnähe, Langsamläufer nach oben oder weiter weg. Mit einer ABC-Analyse setzen Sie klare Prioritäten, statt nach Gefühl zu sortieren. So bleibt Ihre Bauholz-Lagerung übersichtlich – auch bei voller Fläche.
Lagertechnik wählen: Welche Regalsysteme sich für Bauholz bewähren
Wenn Sie Bauholz lagern, können Sie vieles mit guter Stapeltechnik retten – aber nicht alles. Sobald Sie größere Mengen umschlagen oder viele verschiedene Sortimente parallel führen, stoßen einfache Lösungen an ihre Grenzen. Jetzt entscheidet das passende System darüber, ob Ihre Abläufe flüssig ineinandergreifen oder ob Sie täglich wertvolle Zeit verlieren.
Bodenlager
Ein Bodenlager kann funktionieren, wenn Sie wenige Sorten lagern, selten umschlagen und genug Fläche zur Verfügung steht. In der Praxis kippt das schnell: Sie stapeln um, suchen Pakete, fahren Umwege und stoßen öfter an. Zusätzlich treiben Schäden die Kosten in die Höhe: Das Holz bekommt Macken, Kanten brechen ab oder das Material verzieht sich, weil es uneben aufliegt oder Feuchtigkeit vom Boden zieht. Dann wird „günstig abstellen“ plötzlich teuer – weil die Abläufe Zeit fressen und Sie zu viel Holz aussortieren müssen.
Kragarmregale
Sobald Sie Längen, Bündelware oder Kantholz sicher und übersichtlich lagern möchten, führen kaum Wege an Kragarmregalen vorbei. Das System sorgt dafür, dass Ihr Holz sicher aufliegt, Sie Ware schneller erreichen und Gänge freihalten können. Das spart Rangiermanöver und reduziert Beschädigungen – besonders dann, wenn Sie häufig kommissionieren oder mehrere Längenklassen parallel führen. Wenn Sie tiefer einsteigen möchten, lesen Sie unseren Beitrag zum Kragarmregal.
Für typische Langgut-Anwendungen bietet sich außerdem ein Kragarmregal für Langgut an. So lagern Sie Stangen, Latten, Kantholz und Schalholz strukturiert und griffbereit.
Einseitige oder doppelseitige Kragarme
Die Entscheidung für einseitige oder doppelseitige Regalsysteme hängt vor allem davon ab, wie Sie den Verkehr im Lager führen. Wenn Sie Regale an einer Wand oder am Hallenrand platzieren, passt oft ein einseitiges Kragarmregal. So nutzen Sie Ihre Randflächen voll aus und halten die zentralen Fahrwege frei.
Wenn Sie eine Mittelreihe planen und von beiden Seiten zugreifen möchten, lohnt sich ein doppelseitiges Kragarmregal. Das bringt viel Lagerplatz pro Meter Regal, verlangt aber, dass Ihre Gangbreiten und Staplerwege dazu passen. Hier zahlt sich ein sauberes Layout aus – sonst gewinnen Sie zwar Stellplätze, verlieren aber an Tempo.
Kragarmregal mit Dach
Sobald Sie Bauholz draußen lagern oder Hallenkapazität freihalten wollen, stoßen einfache Lösungen schnell an ihre Grenzen. Ein Kragarmregal mit Dach schützt die Ware vor direkter Bewitterung und hält die Lagerplätze trotzdem strukturiert. So schützen Sie Ihr Bauholz effektiv vor Nässe. Außerdem sparen Sie sich den hohen Aufwand, das Material wiederholt neu abzudecken, sollte sich das Wetter ändern.
Vertikalregale/Spanplattenregale
Lagern Sie neben Bauholz auch Plattenmaterial, Zuschnitte oder Reststücke, sollten Sie differenzieren: Während ganze Pakete oft im Kragarmregal liegen, spielen Vertikalregale/Spanplattenregale ihre Stärke direkt am Arbeitsplatz aus. Hier können Mitarbeiter einzelne Platten stehend lagern, dank Rollen leicht herausziehen, zuschneiden und Reste wieder einlagern. So verhindern Sie, dass Platten im Stapel verkratzen, und sparen Zeit, da kein Stapler für die Entnahme einer einzelnen Platte nötig ist.
Regalhalle
Wenn ein großer Teil Ihres Bestands draußen liegt oder Sie kurzfristig mehr überdachte Fläche brauchen, kann eine Regalhalle sinnvoll sein. Sie verbinden Witterungsschutz mit einer klaren Lagerstruktur – ohne dass Sie gleich eine komplette Gebäudehülle planen müssen. Gerade für Holz- und Baustoffsortimente bringt das oft einen spürbaren Schritt nach vorn: Anstatt eine teure Halle um das Holz herum zu errichten, nutzen Sie die Regale als Gerüst für das Dach und halten Ihr Bauholz so dauerhaft trocken.
Bauholz lagern ohne Schäden
Bei der Lagerung von Bauholz stellt der Wareneingang die Weichen. Prüfen Sie die Lieferung direkt beim Abladen auf Schäden, Druckstellen und feuchte Verpackung. Halten Sie Auffälligkeiten kurz fest (Foto) und dokumentieren Sie Charge, Abmessungen und Qualität, bevor sich Pakete im Lager vermischen. Messen Sie zusätzlich die Holzfeuchte stichprobenartig, besonders nach Regen. Öffnen Sie feuchte Verpackungen so, dass Luft ans Holz kommt, ohne es ungeschützt dem Wetter auszusetzen und trennen Sie Chargen/Qualitäten konsequent in festen Zonen. Mehr dazu im Beitrag zu effizienten Lagerprozessen.
Auflage
Oft entscheidet nicht die Halle, sondern die Auflage über die richtige Lagerung. Viele Schäden entstehen, weil Pakete „nur kurz“ abgestellt werden – und dann doch länger liegen. Legen Sie Bauholz nie direkt auf Beton oder Asphalt, sondern immer auf Unterleghölzer. So bekommt das Holz Luft von unten. Setzen Sie die Auflagepunkte in einer Linie – vorn, mittig, hinten. Wenn Sie Unterleghölzer versetzen, verdreht sich das Paket und das Holz biegt sich mit.
Stapeln
Achten Sie auf einen ebenen Untergrund. Schon kleine Unebenheiten drücken sich über Wochen in das Paket durch. Planen Sie feste Ablageplätze, statt jedes Mal neu zu improvisieren. Stapeln Sie nur so hoch, dass alles stabil steht. Sorgen Sie dafür, dass die Pakete nicht kippen können, besonders wenn Sie schmale oder lange Teile lagern. Trennlagen helfen, wenn Sie Qualitäten oder Längen trennen müssen oder wenn Sie Luft zwischen die Lagen bringen wollen.
Abdecken
Wirksamer Schutz entsteht, wenn Wasser abfließt und die Luft trotzdem zirkuliert. Anstatt das Holz luftdicht einzuhüllen, sorgen Belüftungsspalten dafür, dass sich keine Nässe bildet oder Schimmel ansetzt. Die Seiten bleiben dabei so weit offen wie möglich, schützen aber dennoch vor direktem Schlagregen. Bei Folien verhindert eine gute Spannung, dass Wasser in Vertiefungen stehen bleibt. Eine feste Fixierung schützt die Abdeckung zusätzlich davor, im Wind zu flattern oder an scharfen Ecken aufzuscheuern.
Sicherheit & Betrieb bei der Bauholzlagerung
Langgut zwingt Stapler und Seitenstapler oft zu großen Manövern – und genau dort steigen die Risiken im Lager. Planen Sie daher ausreichend Rangierflächen, halten Sie Kreuzungen offen und vermeiden Sie Zwischenablagen in Fahrwegen. Wenn Menschen regelmäßig durch das Lager gehen, trennen Sie Fuß- und Fahrwege so gut es geht.
Sichern Sie die empfindlichen Punkte: Regal- und Hallenstützen, Tore, Übergänge und Kreuzungen. Spezielle Schutzprofile an den Stützen sorgen dafür, dass kleine Rempler keine teuren Folgen haben. Klare Schilder und Kennzeichnungen helfen Ihrem Team dabei, jedes Paket sofort am richtigen Platz einzuordnen und die Regale genau passend zu beladen. Zum Schluss kommt die Routine: Prüfen Sie Regale regelmäßig und dokumentieren Sie Schäden. So halten Sie Ihre Anlage sicher.
Fazit
Das Lagern von Bauholz funktioniert am besten, wenn Sie nicht an Einzelstellen optimieren, sondern das Lager als System führen: Wareneingang, Lagerplatz, Stapeln, Witterungsschutz, Technik und Kennzeichnung greifen ineinander. All diese Maßnahmen halten das Holz formstabil, beschleunigen die Kommissionierung und sorgen für eine wirtschaftliche Handhabe.
Wenn Sie Ihr Holzlager momentan umbauen, erweitern oder einfach mehr Struktur in Ihre Fläche bringen wollen, unterstützen wir Sie gern. Wir analysieren Ihre Abläufe und stimmen das Layout sowie die Regale exakt auf Ihre Stapler und Fahrwege ab. So stellen wir sicher, dass Sie den Platz voll ausnutzen und Ihr Bauholz effizient lagern. Kontaktieren Sie uns jetzt. Gemeinsam optimieren wir Ihren Betrieb.
